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Viel Wein und viel Kultur: die Bourgogne

Die Region Bourgogne ist bekannt für Wein: Roter Burgunder ist zum Kochen, zu festlichen Anlässen und als Tafelwein in Deutschland beliebt, denn neben sehr edlen Weinen bietet Burgund, wie die Region zu Deutsch bezeichnet wird, auch schlichte Weine, die für den alltäglichen Mittagstisch geeignet sind. Kulturell ist die Bourgogne durchaus interessant, allein die größeren Städte Sens, Auxerre, Dijon und Beaune sind nicht nur unter Kunsthistorikern und Mittelalter-Archäologen bekannt.

Die Bourgogne war schon im Mittelalter verhältnismäßig gut besiedelt, aus den Dörfern zog es die Menschen hier früh in die kleinen und mittleren Städte. Beaune, Dijon und Sens können auf eine lange und abwechslungsreiche Geschichte zurückblicken. Christliche Orden entwickelten sich hier, Mönche widmeten sich der Krankenpflege (das Hôtel Dieu aus dem 15. Jahrhundert in Beaune ist ein exzellent erhaltenes Hospital), beschäftigten namhafte Künstler (Werke von Rogier van der Weyden und anderen Künstlern finden sich in der gesamten Region) und trugen zur kulturellen Vielfalt bei. In Dijon locken verschiedene Museen und Ausstellungen, die sich außer mit der regionalen Kunst auch mit der wissenschaftlichen Geschichte Frankreichs beschäftigen - das Kunstmuseum beherbergt Ausstellungen aus altägyptischer Zeit (einige führende Ägyptologen waren Franzosen) wie auch neuere Exponate. Events wie Jazz en Ville, Jazz in der Stadt, und Open du Rock, ein Rockfestival, locken Besucher von weit her an.

In Dijon ist die Nahrungsmittelindustrie führend. Aber auch Pharmaunternehmen, metallverarbeitende Unternehmen und Chemiekonzerne unterhalten hier Standorte. Chalon-sur-Saône ist die zweitgrößte Stadt der Bourgogne und hat einen Flusshafen zu bieten, der den Warenverkehr (in erster Linie Getreide und Wein) flussabwärts aufrecht erhält. Elektroindustrie und Schiffbau sorgen für viele Arbeitsplätze. In Sens, der Hauptstadt des Departements Yonne, haben sich aufgrund der Nähe zu Paris zahlreiche Industriebetriebe angesiedelt. Unter anderem unterhält auch der deutsche Hersteller von Industrietoren Hörmann hier eine Niederlassung. Mâcon ist ein regionales Zentrum für Baufahrzeuge, Druckerei und metallverarbeitende Industrie. Darüber hinaus ist natürlich in der gesamten Region der Weinbau allgegenwärtig: Die beiden Weingebiete Côte de Nuits und Côte de Beaune sind weltweit bekannt. Neben den in Deutschland so beliebten Rotweinen werden auch Weißweine wie Chardonnay und Aligoté angebaut.

Interessanterweise werden im Nibelungenlied zahlreiche Personen aus Burgund genannt. Die meisten dieser Figuren sind historisch inspiriert. Das Nibelungenlied ist ein mittelhochdeutsches Heldenepos, das im 13. Jahrhundert entstand - und, was den meisten Literaturliebhabern nicht bewusst ist, befasst sich mit dem Burgunderreich, das mit der heutigen Bourgogne nicht viel gemeinsam hat. Der historische Kern des Epos, der bis in die Zeit der Völkerwanderung zurückgeht, befasst sich mit der Zerschlagung der Herrschaft der Burgunder um das heutige Worms herum - der Stamm wanderte nach Westen und ließ sich im heutigen Frankreich nieder, wo er der Bourgogne viel später ihren Namen gab.